Telemedizin in der Altenpflege: Kleeblatt startet digitales Zukunftsprojekt „TeleViK“
Ludwigsburg, 23. Dezember 2025 – Die Kleeblatt Pflegeheime gGmbH erhält vom Land Baden-Württemberg eine Förderung in Höhe von rund 390.000 Euro für das Projekt „TeleViK – Televisiten bei Kleeblatt“, die höchste Einzelförderung, die in diesem Bereich vergeben wurde. Das Unternehmen erprobt damit im Rahmen einer Pilotierung in fünf Kleeblatt Pflegeheimen den Einsatz telemedizinischer Visiten in der stationären Altenpflege. Ziel ist es, die ärztliche Versorgung der Bewohner zu verbessern, unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden und gleichzeitig Pflegekräfte, Ärzte sowie Kliniken zu entlasten.
Das Projekt ist Teil der landesweiten Televisiten-Förderung des Sozialministeriums Baden-Württemberg, das hierfür insgesamt rund 1,6 Millionen Euro bereitstellt.
Medizinische Versorgung digital und nah am Menschen
Im Mittelpunkt von TeleViK steht eine mobile telemedizinische Versorgungseinheit, mit der ärztliche Untersuchungen direkt im Pflegeheim stattfinden können. Die Verbindung aus Videokommunikation und digitaler Diagnostik ermöglicht es Ärzten, Bewohner gemeinsam mit einer Pflegefachkraft am Pflegebett zu betreuen – unter Einsatz von Kamera, digitalem Stethoskop und Vitaldatenerfassung.
Die Visite erfolgt über ein virtuelles Sprechzimmer, das über einen Bildschirm oder ein Tablet geöffnet wird. Pflegekräfte bereiten die digitale Untersuchung vor, übermitteln relevante Gesundheitsdaten und begleiten das Gespräch. Ärzte führen die Untersuchung per Live-Video durch, beantworten Rückfragen und legen Diagnosen sowie Behandlungspläne fest.
Für die Bewohner bedeutet dies künftig spürbare Erleichterungen: Arztfahrten entfallen, Diagnosen können schneller gestellt werden, die vertrauten Haus- und Fachärzte bleiben erhalten, und die Pflegekräfte sind aktiv in den Behandlungsprozess eingebunden.
Praxisnaher Einblick aus der Pflege
„Durch die Televisiten werden Pflegefachkräfte aktiv in ärztliche Entscheidungsprozesse eingebunden, bringen ihre pflegerische Einschätzung direkt ein und erweitern so ihre fachliche Handlungskompetenz und Verantwortung im Versorgungsalltag“, hebt der Geschäftsführer Stefan Ebert hervor. Sie koordinieren die Terminabstimmung mit den behandelnden Ärzten, erfassen vorab erforderliche Gesundheitsdaten wie Blutdruck und Vitalwerte und begleiten die digitale Konsultation gemeinsam mit den Bewohnern. Während der Videokonferenz bringen sie pflegerische Beobachtungen ein, dokumentieren die ärztlichen Anweisungen und sorgen für die direkte Umsetzung im Alltag.
So verbinden sich pflegerische Kompetenz und ärztliche Expertise in Echtzeit – zum Vorteil der Bewohner, die medizinisch sicher, ortsnah und ohne Belastung in ihrer vertrauten Umgebung betreut werden können.
Vorteile für Pflege, Medizin und Versorgungssystem
Die Telemedizin ergänzt die ärztliche Präsenzversorgung, ersetzt sie jedoch nicht. Sie ermöglicht einen effizienteren Ressourceneinsatz und beschleunigt Behandlungsentscheidungen. Viele medizinische Fragestellungen lassen sich künftig direkt im Pflegeheim klären, ohne dass ein Arztbesuch oder eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist.
Das erhöht die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner und entlastet zugleich das Gesundheitssystem: Rettungsdienste, Notaufnahmen und Kliniken profitieren von telemedizinischen Einschätzungen und Verlaufskontrollen. Außerdem stärkt TeleViK die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin – pflegerische Beobachtungen und Vitaldaten fließen unmittelbar in ärztliche Entscheidungen ein.
Kompetente Partner und praxisnahe Umsetzung
Für die technische Umsetzung arbeitet Kleeblatt mit Docs in Clouds (TeleDoc Mobile) zusammen, einem Anbieter spezialisierter Systeme für die Alten- und Demenzpflege. Die Geräte sind barrierefrei, einfach zu bedienen und mit ruhiger Kameraführung auf den Bedarf älterer Menschen abgestimmt.
Stefan Ebert, Geschäftsführer der Kleeblatt Pflegeheime gGmbH, betont: „Hochbetagte oder kognitiv eingeschränkte Menschen profitieren besonders, wenn belastende Transporte vermieden und medizinische Entscheidungen zeitnah getroffen werden können.“
Digitale Gesundheit mit menschlicher Nähe
Telemedizin soll die persönliche ärztliche Versorgung nicht ersetzen, sondern gezielt ergänzen. Durch TeleViK lässt sich die ärztliche Präsenz dort einsetzen, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Mit dem Projekt schlägt Kleeblatt die Brücke zwischen technischer Innovation und menschlicher Fürsorge. Digitalisierung soll nicht Distanz schaffen, sondern Nähe ermöglichen – durch mehr Zeit, bessere Abstimmung und eine moderne, würdevolle Pflege.
Pressekontakt:
Tina Goerlich
Tel. 07141 968-249
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